Montessori kurz erklärt: woher der Name kommt und wofür er steht
Montessori-Holzspielzeug versteht man am besten, wenn man weiß, wofür der Name steht: für eine Pädagogik, die von der Beobachtung des Kindes ausgeht und ihm eine Umgebung und Material bietet, mit denen es durch eigenes Tun lernt. Montessori ist ursprünglich ein Familienname, der von Maria Montessori (1870-1952), einer der ersten Frauen, die in Italien ein Medizinstudium abgeschlossen haben.
1907 eröffnete sie in Rom, im Arbeiterviertel San Lorenzo, die erste Casa dei Bambini, das „Kinderhaus“. Dort erprobte sie Gegenstände, die auf die Arbeiten zweier französischer Ärzte zurückgingen, Jean Itard und Édouard Séguin. Sie notierte, was die Kinder wählten, wiederholten oder liegen ließen, und passte die Gegenstände daraufhin an. Das Material, das heute ihren Namen trägt, ist aus diesen Jahren genauen Beobachtens entstanden. Es wurde also nicht am Schreibtisch erdacht, sondern Schritt für Schritt mit den Kindern selbst erprobt.
Vier Grundgedanken hinter dem Namen
Wenn Eltern „Montessori“ auf einer Verpackung lesen, verweist das Wort auf vier einfache Gedanken, die sich auch zu Hause gut umsetzen lassen:
- Freie Wahl in einem klaren Rahmen: Das Kind wählt seine Tätigkeit aus wenigen Angeboten, die in seiner Reichweite stehen, und stellt sie an ihren Platz zurück, wenn es fertig ist.
- Sensible Phasen: In bestimmten Altersabschnitten wendet sich das Kind mit besonderer Hingabe der Ordnung, der Bewegung, der Sprache oder winzig kleinen Dingen zu. Das Material folgt diesem Drang, statt ihm vorauszueilen.
- Erst die Hand, dann das Abstrakte: Man hebt einen Körper an, schiebt eine Perle weiter, fährt einen Buchstaben mit dem Finger nach, bevor man benennt, zählt oder schreibt.
- Der Erwachsene hält sich zurück: Er bereitet die Umgebung vor, zeigt langsam und beobachtet dann. Ein vertieftes Kind unterbricht er nicht, und er korrigiert nicht an seiner Stelle.
Zusammen bilden diese Grundsätze die Montessori-Pädagogik, die im Klassenzimmer entstanden ist und später auf das Familienleben übertragen wurde. Wer sie im Kopf behält, sortiert das Angebot leichter: Ein knallbuntes Spielzeug mit dem Aufdruck „Montessori“ entspricht nicht unbedingt ihrem Geist, ein kleiner Krug in Kinderhandgröße dagegen voll und ganz. Gutes Montessori-Holzspielzeug erkennt man an diesen Grundsätzen, nicht am Etikett.
Praktischer Tipp für Zuhause
Beobachten Sie Ihr Kind vor dem ersten Kauf eine Woche lang: was es öffnet, ausleert, stapelt oder immer wieder tut. Seine Bewegungen von heute verraten Ihnen besser als jede fertige Liste, welches Material Sie ihm anbieten können.